Diagnostik

Folgende kardiologischen und angiologischen Untersuchungen werden in unserer Praxis durchgeführt :

  • EKG, Belastungs-EKG, Langzeit-EKG, Steht-EKG, Karotisdruck-EKG
  • Doppler-Sonographie der peripheren Gefäße
  • Langzeit-RR
  • Bestimmung des ABI-Index
  • Schellongtest
  • Doppler-Sonographie der hirnversorgenden Gefäße
  • Echokardiographie
  • Transösophagale Echokardiographie
  • Stressechokardiographie
  • Herzkatheter-Untersuchungen

 

EKG:

Das Elektrokardiogramm (EKG) (zu altgr. καρδία kardía ‚Herz‘ und γράμμα grámma ‚Geschriebenes‘) ist die Aufzeichnung der Summe der elektrischen Aktivitäten aller Herzmuskelfasern. Elektrokardiogramm heißt auf Deutsch Herzspannungskurve, gelegentlich wird es auch Herzschrift genannt. Jeder Kontraktion des Herzmuskels geht eine elektrische Erregung voraus, die im Normalfall vom Sinusknoten ausgeht. Über das herzeigene elektrische Leitungssystem aus spezialisierten Herzmuskelzellen läuft sie zu den übrigen Herzmuskelzellen. Diese elektrischen Spannungsänderungen am Herzen kann man an der Körperoberfläche messen und im Zeitverlauf aufzeichnen. Es ergibt sich ein immer wiederkehrendes Bild der elektrischen Herzaktion. Mit dem EKG lassen sich vielfältige Aussagen zu Eigenschaften und Gesundheit des Herzens treffen. Zu beachten ist, dass das Oberflächen-EKG nur die elektrische Aktivität des Herzmuskels anzeigt, nicht jedoch die tatsächliche Auswurfleistung widerspiegelt. Meist wird das EKG von zunehmend verlässlicheren Computerprogrammen ausgewertet, was jedoch die Beurteilung der Aufzeichnung auf Papier oder auf dem Bildschirm durch den Arzt nicht entbehrlich macht.

 

Ruhe-EKG:

Das normale Ruhe-EKG wird meist im Liegen angefertigt. Da es nur einige Sekunden dauert, kann man es auch bei Notfällen gut durchführen. Es ist als kardiologische Basisuntersuchung die Variante mit der größten Aussagekraft. Nur zeitweise auftretende Herzrhythmusstörungen (z. B. Extrasystolen, Salven, nächtliche Pausen) werden eventuell nicht erfasst.

 

Belastungs-EKG:

Bei der Ergometrie wird üblicherweise entsprechend WHO-Schema der Patient definiert belastet. Dies wird verwendet, um das maximale Belastungsniveau sowie den Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz unter Belastung zu bestimmen. Des Weiteren können belastungsinduzierte Herzrhythmusstörungen sowie Erregungsrückbildungsstörungen provoziert und dokumentiert werden. Abgebrochen werden sollte das Belastungs-EKG, wenn der Blutdruck zu hoch ansteigt, bei fehlendem Blutdruckanstieg und Blutdruckabfall, bei Angina pectoris, bei allgemeiner Erschöpfung (Schwindel, Atemnot, Schmerzen in den Beinen etc.) und wenn der maximale Puls erreicht ist (Formel zur Berechnung: [220 minus Lebensalter in Jahren] pro Minute). Blutdruck und Puls sollten auch noch während einer Erholungsphase gemessen werden.

 

Ergometrie:

Ein Belastungs-EKG dient vor allem der Erkennung einer Minderdurchblutung des Herzmuskels. Eine Ergometrie dient außerdem zur Beurteilung der Belastungsreaktion des gesamten Kreislaufsystems und hilft z.B. bei der Behandlung von Blutdruck- und Pulsproblemen

 

Langzeit-EKG:

Zur Aufzeichnung des Langzeit-EKGs (syn.: Holter Monitor oder kurz Holter; benannt nach seinem Erfinder Norman Jefferis Holter) trägt der Patient meist über 24, manchmal auch über 48 oder 72 Stunden ein tragbares EKG-Gerät mit sich. Es werden kontinuierlich meist zwei oder drei Kanäle abgeleitet. Es wird in erster Linie zur Rhythmusdiagnostik verwendet und beantwortet die Fragen, ob durchgehend ein Sinusrhythmus vorliegt und dieser der körperlichen Belastung entsprechend variabel ist, ob Pausen oder Bradykardien vorkommen (z. B. passagere Sinusbradykardie bei Sick-Sinus-Syndrom, AV-Blockierungen, bradykardes Vorhofflimmern), oder kann dem Nachweis bösartiger Herzrhythmusstörungen (z. B. ventrikuläre Salven oder ventrikuläre Tachykardien) dienen. - Davon abzugrenzen ist der Event-Recorder, welcher vom Patienten während bestimmter Ereignisse (englisch: event) ein- und ausgeschaltet wird. Er speichert die Daten. Wie beim Holter werden die Elektroden für mehrere Tage auf die Haut geklebt; es gibt auch implantierbare Ereignisrecorder, welche mehrere Jahre belassen werden können und über Magnetspulen ausgelesen werden können.

 

Echokardiographie (Herzultraschall):

Echokardiografie nennt man die Untersuchung des Herzens mittels Ultraschalls.
Neben dem Elektrokardiogramm (EKG) ist die Echokardiografie eine der wichtigsten technischen nichtinvasiven Untersuchungsmethoden des Herzens und mittlerweile unverzichtbarer Bestandteil der kardiologischen Diagnostik. Die Echokardiografie erlaubt innerhalb kürzester Zeit eine nichtinvasive, patientenschonende eingehende Untersuchung des Herzens. Die Größe der einzelnen Herzkammern und Vorhöfe, die Pumpfunktion und die Funktion der einzelnen Herzklappen sind gut erkennbar. Auch Herzfehler können recht schnell und sicher erkannt werden.

 

TTE (Herzecho):

Bei der TTE, der Transthorakalen Echokardiografie, wird das Herz durch Ansetzen des Ultraschallkopfes auf den Brustkorb untersucht, und zwar von parasternal, also neben dem Sternum, und von apikal, das heißt von der Herzspitze aus. Mit dem Kurzwort "Echo" ist in der Regel die transthorakale Echokardiografie gemeint. Mit dem 2-D Bild kann man in Echtzeit mittels eines schwarzweißen Schnittbilds der Herzfunktion zuschauen. Insbesondere die Größe der Herzkammern, die Klappenfunktion und die Pumpfunktion des Herzens sind dabei gut erkennbar und man kann zum Beispiel die Pumpkraft des Herzens bestimmen. Der Farbdoppler hilft, Herzklappenfehler (Klappeninsuffizienzen und –stenosen) zu lokalisieren und zu quantifizieren. Es ist aber auch die Aorta ascendens (Hauptschlagader) beurteilbar, z. Bsp. mit der Fragestellung eines Aortenaneurysma (Erweiterung der Hauptschalgader) oder einer Aortendissektion (Einriss der Hauptschlagader).

 

TEE (Schluckecho):

Seltener notwendig ist die Ultraschalluntersuchung von der Speiseröhre aus (Transösophageale Echokardiografie, kurz TEE [abgeleitet aus der amerikanischen Bezeichnung transesophageal echocardiography, im Deutschen auch TOE] genannt). Hierzu muss der Patient einen Schlauch mit der Ultraschallsonde am Ende dieses Schlauches schlucken. Daher auch der Kurzname „Schluckecho“. Diese Methode liefert eine bessere Darstellung bestimmter Teile des Herzens sowie der Aorta thoracica. Außerdem werden kleine Thromben (Blutgerinnsel), insbesondere im Herzohr des linken Vorhofes, besser detektiert. Auch bei stark adipösen Patienten kann diese Form der Echokardiografie notwendig sein, wenn ein transthorakales Echo keine befriedigende Bildgebung liefert. Die Tatsache, dass der linke Vorhof und die Speiseröhre (Ösophagus) eine enge anatomische Beziehung haben, ist die Rationale für die gute Beurteilung wichtiger Herzanteile von transösophageal. In der Regel ist die Spitze dieses Schlauches, in der sich der Ultraschallkopf befindet, über Rädchen am „Kopf“ des Schlauches, ähnlich dem Aufbau eines Endoskopes, beweglich und kann um die eigene Achse rotieren, um so alle möglichen Schnittebenen des Herzens darzustellen.

 

Belastungsechokardiographie (Stressecho):

Beim „Stressecho“ (Belastungsechokardiografie) handelt es sich um eine Echokardiografie, welche unter Belastung durchgeführt wird. Die häufigste Indikation für ein Stressecho ist der Verdacht auf Durchblutungsstörungen bei Koronarer Herzkrankheit.
Es gibt zwei Möglichkeiten der Belastung:
Bei einem mechanischen Stressecho befindet sich der Patient in Links-Seitenlage auf einem Fahrradergometer. Der Patient tritt in die Pedalen gegen einen langsam ansteigenden Widerstand, während der Arzt die Ultraschalluntersuchung des Herzens durchführt.
Bei einem medikamentösen Stressecho hingegen bekommt der Patient ein Medikament (meist Dobutamin oder Dipyridamol mit Atropin oder Adenosin) intravenös verabreicht.
Unabhängig von der Belastungsart wird die Untersuchung in mehreren Belastungsstufen durchgeführt. Zunächst werden Aufnahmen der linken Herzkammer in Ruhe aufgenommen. Dann wird über mehrere Stufen die Belastung erhöht, bis ein Abbruchkriterium erfüllt ist. Abbruchkriterien sind das Erreichen der Zielherzfrequenz, Patientenklagen über Brustschmerzen oder die Sichtbarkeit einer Wandbewegungsstörung im Ultraschall. Wenn der Patient über Brustschmerzen klagt oder wenn eine Wandbewegungsstörung gesehen wird, dann erhärtet das den Verdacht auf das Vorliegen einer koronaren Herzkrankheit.

 

Langzeitblutdruckmessung (ABDM):

Bei der Langzeitblutdruckmessung trägt der Patient permanent (in der Regel über 24 Stunden) eine Blutdruckmanschette, die sich in festgelegten Intervallen automatisch aufpumpt und den Blutdruck misst, sowie ein Aufzeichnungsgerät zur Dokumentation der gemessenen Werte. Diese Methode gilt als Goldstandard für die Erkennung und Beurteilung des Schweregrades einer arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck).

 

Schellong-Test:

Der Schellong-Test, benannt nach dem Internisten Fritz Schellong (1891–1953), ist eine medizinische diagnostische Untersuchung. Beim Aufstehen aus dem Liegen sackt ein Teil des Blutes schwerkraftbedingt ab. Folglich werden die höherliegenden Organe, insbesondere das Gehirn, weniger durchblutet. Der menschliche Körper reagiert spontan mit einem beschleunigten Herzschlag und mit einem Zusammenziehen der Beinvenen. Diese Orthostase-Reaktion verhindert Symptome wie Schwindel und Synkope, die bei einer Minderdurchblutung des Gehirns auftreten.
Beginn der Untersuchung, nachdem sich der Patient über mehrere Minuten in entspannter liegender Position befindet.
1. Teil - Messungen in liegender PositionIn einem festgelegten, meist minütlichem Abstand werden Blutdruck und Puls gemessen. Dauer: 5–10 Minuten.
2. Teil - Messungen in stehender Position. Sofort im Anschluss an die letzte liegende Messung werden der Blutdruck und der Puls im Stehen gemessen (Sofortwert). Während der Standzeit wird wieder, in meist minütlichem Abstand, die Messung wiederholt. Dauer: 5–10 Minuten In den meisten Fällen werden die ermittelten Messwerte grafisch für eine leichtere Auswertung dargestellt.
Die ermittelten Werte zeigen, ob und in welchem Ausmaß es zu einer effektiven Orthostase-Reaktion kommt. Besondere Bedeutung hat der sofort nach dem Aufstehen gemessene Sofortwert. Physiologisch kommt es direkt nach dem Aufstehen zu einem leichten Abfall des systolischen Blutdruckwertes und einer Erhöhung der Pulsfrequenz um 10 bis 20 Schläge pro Minute. Je nach Verlauf der Puls- und Blutdruckwerte kann auf bestimmte Kreislaufregulationsstörungen geschlossen werden.

 

Knöchel-Arm-Index (ABI):

Der Knöchel-Arm-Index, (englischer wissenschaftlicher Begriff: ankle-brachial-index (ABI)), Doppler-Index, auch tibio-brachialer Quotient (TBQ), cruro-brachialer Quotient (CBQ), oder Verschlussdruckmessung genannt, wird durch Blutdruckmessung und Dopplersonografie ermittelt. Die Ermittlung des Knöchel-Arm-Indexes erfolgt zur Abschätzung des gesamten kardiovaskulären Risikos und bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit zur Diagnose und Beurteilung der hämodynamischen Kompensation und zur Verlaufsbeurteilung.
Der Patient muss sich in liegender Position befinden (Kopf kann mit Kissen unterstützt werden). Liegezeit vor der Messung 10 min.[1] Dann wird nacheinander eine Blutdruckmanschette weit unten an beiden Unterschenkeln und an beiden Oberarmen angelegt und der systolische Druck gemessen: Mit der Dopplersonde wird über einem Gefäß distal der Blutdruckmanschette beim Reduzieren des Drucks bestimmt, ab wann wieder Blut fliesst.
Der Knöchel-Arm-Index ist der Quotient aus den am Unterschenkel und am Oberarm gemessenen systolischen Blutdrücken (RR systolisch Knöchel/RR systolisch Arm). Ein Quotient von 0,9 bis 1,2 gilt als normal. Je kleiner der Quotient wird, desto größer ist das Ausmaß der Durchblutungsstörung. Werte unter 0,9 definieren die pAVK. Werte unter 0,5 implizieren meist bereits eine klinische Ischämie mit sehr hoher Nekrose- und Ulkusgefahr. Werte von deutlich über 1,3 weisen auf eine besondere Art der Gefäßverkalkung hin (Mediasklerose).

 

Duplexsonographie der hirnversorgenden Gefäße:

Die hirnversorgenden Gefäße (Halsschlagader) können mit bildgebenden Verfahren, insbesondere mit der Ultraschallsosnographie dargestellt werden. Die extracranielle farbkodierte Duplexsonographie erlaubt die Beurteilung von Gefäßquerschnitten, Wandveränderungen (Stenosen) und Flusseigenschaften in den großen extracraniellen (außerhalb des Schädels gelegenen) Gefäßen.

 

Doppler-Sonographie der peripheren Gefäße:

Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK; englisch peripheral artery occlusive disease, PAOD; umgangssprachlich auch Schaufensterkrankheit) handelt es sich um eine Störung der arteriellen Durchblutung der Extremitäten. Die Erkrankung gehört zu den chronischen Gefäßkrankheiten der Arterien. Sie entsteht durch Einengung (Stenose) oder Verschluss (Okklusion) der die Extremitäten versorgenden Arterien oder seltener der Hauptschlagader (Aorta).
Bei der farbkodierten Duplexsonographie der peripheren Gefäße wird der Blutfluss in den Gefäßen durch Farbbilder sichtbar gemacht. So lassen sich fast alle Gefäßverengungen aufdecken. Der Verlauf einer Arterie im Gewebe, Gefäßverkalkungen (Plaques) und Arterienverschlüsse können gezeigt und auch vermessen werden.