HINDI Herzinfarktnetzwerk Donau-Iller

Der akute Herzinfarkt bedroht das Leben unmittelbar durch Kammerflimmern und Pumpversagen. Er kann in der Regel anhand des EKG und des Beschwerdebildes sofort diagnostiziert werden.

In den ersten Stunden ist es möglich, durch eine Herzkatheterbehandlung Schaden vom Herzen abzuwenden oder wesentlich zu begrenzen, insbesondere in den ersten 90 bis 120 Minuten. Dazu ist ein schnelles und übergreifendes Handeln von Notarztdienst und Klinik mit Herzkatheterlabor unabdingbar.

Die aktuellen Leitlinien zur Versorgung von Herzinfarktpatienten der verschiedenen Fachgesellschaften (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie- Herz- und Kreislaufforschung, European Cardiac Society, American Heart Association, European Resuscitation Council) fordern die Einrichtung von Herzinfarktnetzwerken zur optimierten Patientenversorgung.

Das Bayerische Staatsministerium des Inneren (StMI) hat mit Schreiben vom 04.04.2006 den Zweckverbänden für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung empfohlen, die in ihrem Bereich tätigen Notärzte und Durchführenden des Rettungsdienstes sowie die in Betracht kommenden Kliniken zu Konferenzen einzuladen, um erforderliche Netzwerke vorzubereiten und zu vereinbaren. In diesem Zusammenhang wurde auch das Herzinfarktnetz Donau-Iller geschaffen.

Die Akutintervention ist in der Regel die bevorzugte Reperfusionsstrategie, die beim Herzinfarkt anzuwenden ist. Die Fibrinolyse ist heutzutage lediglich als Reservestrategie anzusehen.

Das Herzkatheterlabor in Günzburg und die Kreiskliniken Günzburg und Krumbach haben sich 2007 in einer Zielvereinbarung mit dem Rettungszweckverband Donau-Iller (ZRF) zur Schaffung eines Herzinfarktnetzes Donau-Iller (HiNDI) verpflichtet, gemeinschaftlich, grundsätzlich 24 Stunden pro Tag, 365 Tage im Jahr alle zugelieferten Patienten mit STEMI sofort ohne Zeitverzug katheterinterventionell zu versorgen oder, wenn im Einzelfall erforderlich, zur Bypassoperation weiterzuleiten. Zu diesem Zwecke wurde auch ein Herzkathernotdienst-Handy bereitgestellt, über das das Herzkatheterteam 24 Stunden pro Tag direkt erreichbar ist. Die Handynummer ist der Rettungsleitstelle, den Notärzten und den niedergelassenen Haus- und Fachärzten bekannt.